Preisträger 2004

       
 

Dr. Vicco von Bülow, alias Loriot (Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache)
Loriot ist einer der bekanntesten Vertreter der populären Kulturszene in Deutschland. Er hat als Satiriker und Humorist in fast allen Genres der leichten Muse Akzente gesetzt – als Schauspieler, Zeichner und Schriftsteller. Seine graphischen und literarischen Werke wurden prägend für die gepflegte Unterhaltung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen von der Nachkriegszeit bis heute. Er hat eine Form von Humor entwickelt, die in Deutschland ihrer Zeit häufig ein Stück voraus war, und er reiht sich damit in eine Tradition ein, die über Karl Valentin und Kurt Tucholsky bis zu Wilhelm Busch zurückreicht. Er hat die deutsche Sprache bereichert, in dem er neue Begriffe schuf oder in einen „ungehörigen Zusammenhang stellte, in welchem sie ihre Wirkung erst richtig und meist in absurder Weise entfalteten“ (Loriot). Das vieldeutige „Ach was ?!“ oder das trotzige „Früher war mehr Lametta!“ sind Wendungen, die Teil des mündlichen Sprachgebrauchs und des kulturellen Gedächtnisses geworden sind. Mit seinen Parodien auf das Alltägliche trägt Loriot einen erheblichen Anteil an der sprachlichen und kulturellen Einschätzung der Deutschen von sich selbst und von Menschen, die von außen auf die Deutschen schauen. Ein weit verbreitetes Vorurteil gegenüber den Deutschen, nämlich ihren Mangel an Selbstironie und ihre Humorlosigkeit, hat er mit seinen Zeichnungen und Geschichten widerlegt.

Peter Schlenter und Deville Schober, Gründer des Netzwerks für deutschsprachige Musik, Literatur und deutschen Film Irgendwo in Deutschland (Initiativpreis Deutsche Sprache)
Die Gründer des Netzwerks für deutschsprachige Musik, Literatur und deutschen Film Irgendwo in Deutschland, Deville Schober und Peter Schlenter, haben mit ihrer Netzseite irgendwo-in.de, der Herausgabe der gleichnamigen Zeitschrift und der Förderung von jungen Künstlern maßgebliche Impulse in der deutschsprachigen Kulturszene gegeben. Deutsche Liedtexte gelten nicht mehr als verstaubt und altmodisch. Im Gegenteil – sie haben den Status eines Markenartikels für eine eigene Richtung in der Musikszene. In kultureller und ästhetischer Hinsicht grenzen sie sich von der vertonten Massenware auf Englisch ab und heben damit deutlich das Niveau. Sie lassen sich auch von Marktkonzepten der großen Plattenfirmen nicht beirren. Irgendwo in Deutschland wird stellvertretend für viele Initiativen auf diesem Gebiet ausgezeichnet.

Redaktion der Stuttgarter Zeitung (Institutionenpreis Deutsche Sprache)
Die Redaktion der Stuttgarter Zeitung hat es mit publizistischen Mitteln erreicht, in ihrer Leserschaft eine breite Diskussion über den Gebrauch von Anglizismen im Deutschen anzuregen. Sie hat ein regelmäßiges Forum für ihre Leser geschaffen, um Meinungen über Sprachfragen auszutauschen, und sie ist in mehreren Tagesausgaben ganz ohne Anglizismen ausgekommen. Die Jury erkennt insbesondere an, daß die Stuttgarter Zeitung mit Hunderten ihrer Leser in ein vielseitiges Gespräch über die Entwicklung unserer Sprache eingetreten ist. Sie führt damit ihrer gesamten Leserschaft vor Augen, welche Bedeutung die deutsche Sprache für uns alle hat, und trägt so zu ihrer Pflege und Weiterentwicklung bei.


Der Kulturpreis Deutsche Sprache wurde 2004 unterstützt von:

B. Braun Melsungen AG
DaimlerChrysler Niederlassung Kassel/Göttingen
DSM Deutsche Städte Medien GmbH Kassel
Hübner GmbH
Kasseler Bank
kassel tourist GmbH
K + S Aktiengesellschaft
Plansecur Unternehmensgruppe
Städtische Werke AG
SV Sparkassenversicherung Kassel

 

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